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News - Haus der Geschichte
Inszenierte Räume für die Landesgeschichte

Nach fast dreijähriger Vorbereitungszeit eröffnet das Haus der Geschichte und vervollständigt damit das "Kulturensemble" der Architekten Stirling/Wilford an der Konrad-Adenauer-Straße. Mit der Konzeption und Planung der Ausstellungsgestaltung war das Atelier Brückner beauftragt worden. Es entstand eine objektfokussierte Ausstellung in inszenierten Raumbildern, die den Besuchern abwechslungsreiche Perspektiven auf 200 Jahre südwestdeutsche Geschichte ermöglicht. Ein 180 Meter langer, über drei Etagen führender Ausstellungsparcours lädt den Besucher ein, auf eine Reise zu gehen: vorbei an einem eher anekdotisch angelegten Baden-Württemberg ABC, durch die Chronologie von 200 Jahren Landesgeschichte und durch einen Themenpark mit acht landes- und regionaltypischen Themen, um am Ende in der Baden-Württemberg Lounge mitgenommen zu werden auf einen Flug durch die Kulturlandschaften Baden-Württembergs.

Als das Atelier Brückner im November 1999 den Wettbewerb um die Dauerausstellung des Hauses der Geschichte Baden-Württemberg für sich entscheiden konnte, wurde auch die Vision präsentiert, das gesamte Ausstellungsvolumen mit sämtlichen Themen und Objekten unter ein Luftschiff zu hängen und damit über das Land zu fliegen. Aus dieser Reise über das Land wurde eine Reise durch die Vielfalt und den Ereignisreichtum der südwestdeutschen Geschichte.

Um den Ausstellungsparcours den Besuchern als eine Gesamtheit erlebbar zu machen, wurden zwei neue Treppenhäuser in die Architektur integriert, die die Hauptausstellungsbereiche miteinander verbinden und als inszenierte Bereiche auch wichtige inhaltliche Funktionen übernehmen. So beginnt mit dem ersten Treppenhaus, das von der Eingangsebene in die chronologische Ausstellung führt, die Präsentation der Landesgeschichte. Eine theatralische Treppe steht für den Aufstieg der Fürstenhäuser Baden und Württemberg unter Napoleon. Erlebbar gemacht wird dieser durch eine begehbare, interaktive Landkarte, auf der die Besucher einzelne Territorien aktivieren können , um so zu erfahren, welche von der politischen Flurbereinigung unter Napoleon profitiert haben.

 

In der mittleren Ausstellungsebene wird in einem chronologischen Ablauf von sieben inszenierten Raumabschnitten, die die Ereignisse einzelner Epochen zusammenfassen, der Weg vom Vormärz bis in die Gegenwart geführt. Jeder der Räume gibt dabei durch seine spezielle, abstrahierende Gestaltung, seine Oberflächenmaterialien und Formen, zitathafte Hinweise auf die jeweiligen Hauptthemen.

 

Am Ende der Chronologie führt eine weitere Treppe mit Blick auf den Landtag und die Oper hinauf durch das Museum der Gegenwart in den Themenpark. An dieser Stelle bieten Webcams den virtuellen Blick ins Land: nach Heidelberg, Konstanz oder Tübingen. Hier werden die Besucher auch aufgefordert selber an der Sammlungserweiterung des Hauses der Geschichte mitzuwirken, in dem sie Objekte zur Verfügung stellen, die in späteren Jahren vielleicht als typische Zeugen für unsere Zeit gelten werden.

 

Der Themenpark in der obersten Ebene behandelt anschließend acht Themen, in ihrer spezifischen, landestypischen Ausprägung. Die in freier Folge im Raum verteilten thematischen Räume arbeiten ebenfalls übersetzerisch, so sind z.B. die Vitrinen im Bereich "Natur und Umwelt: Schwarzwald" aus sieben Meter hohen, in Brettern aufgeschnittenen Baumstämmen aus dem Schwarzwald untergebracht, die Wirtschaft wird mittels Monitorscreening eines Hochregals präsentiert, die Religionen stellen sich symbolisch als "feste Burgen" dar, umgeben von einem "Markt der Möglichkeiten". Weitere Themen in diesem Bereich sind Urbanität, Migration, Wissenschaft, Frauen und Männer und abschließend eine Blick über die Grenzen zum Nachbarn Frankreich. Im Themenpark ermöglichen Blickverbindungen inhaltliche Bezüge zu Objekten und Ereignissen aus der Chronologie, z. B. von der Migration zu den beteiligten deutschen Revolutionären im amerikanischen Bürgerkrieg.

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